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FORUM OSTWEST 2002 – Thomas Palm
Der Pianist Thomas Palm lebte vor vielen Jahren in Leichlingen und so kam der Kontakt zu FORUM OSTWEST zustande. Mehrfach war er in verschiedene Veranstaltungen eingebunden, in die Kompositionswettbewerbe, in das Projekt „Hausmusik“ mit dem DAFO-Streichquartett aus Krakau und andere Konzerte.
2002 wurde zehn Jahre FORUM OSTWEST in der Form begangen, dass das Thema Chopin in vielen Facetten beleuchtet wurde. Also nicht nur in Form von Konzerten Klassik bis Jazz, sondern auch in Lesungen seiner Briefe, in szenischen Darstellung seiner Zeit in Paris u.a. mit Georges Sand etc.

So ergab sich eine Fülle von Terminen, die auch über den Rheinisch-Bergischen Kreis hinausführten, u.a. ins Schloss Homburg bei Nümbrecht, wo das Finale des FORUM OSTWEST- Klavierwettbewerbs für junge Talente im Jagdsaal ausgerichtet wurde.

Ein zentraler Programmpunkt war das Schulprojekt „Schoppäng!? – ein Klavierspieler aus Warschau, der Mallorca im Regen erlebte und in Paris starb?“.
Der Pianist Thomas Palm hatte mit der Leiterin der Musikschule Rösarth/ Overath Heidi Ehrhardt-Nocken ein Musikstunde der ganz besonderen Art entwickelt. Er spielte Chopin – seine Musik und seinen Charakter im angedeuteten Kostüm der Zeit – und sie Chopins Mäzenin und Muse Georges Sand, die im Frankreich der 1840er Jahre als wandelnder Skandal galt: Als Schriftstellerin verdiente sie ihren Lebensunterhalt, trug Hosen und rauchte Zigarren! Einfach unerhört für die damalige Gesellschaft.
Die Idee war, besonders Jugendliche mit diesem „Theater“ an die Musik Chopins und seine Zeit heranzuführen. Ein großes Vergnügen für die zwei wie Schülerinnen und Schüler. Da klang ein Flügel im Musiksaal plötzlich ganz anders ... Ganz nebenbei erfuhren die Jugendlichen auch etwas über ein Musikstudium, über den Alltag eines Berufsmusikers, alles wurde gefragt und beantwortet.

Höhepunkt der Chopin-Termine für Thomas Palm war eine Soiree im Kunstkabinett Hespert im oberbergischen Reichshof, wo sein schauspielerisches Potential gefordert war. In einer schillernden Revue mit unbekannten Chopin-Liedern und Gedichten, gestaltet nach dem autobiografischen Roman „Lucrezia Floriani“ von Georges Sand. Palm und die Sopranistin Dorothee Reinhardt überzeugten in der Regie von Reginald Dehoff, der die bittersüße Liebesromanze inszeniert hatte: Reingardt im nahtlosen Übergang vom gesprochenen Wort zum Kunstlied, Palm in der Verschmelzung einer Mazurka in ein Gedicht.

Für den Pianisten schließt sich der Kreis an FORUM OSTWEST Teilnahmen mit dem „Konzert mit Klappstuhl“ im Atelier von Helga Reay-Young und Jost-Henner Schwedes, in Kürten-Bornen. Zusammen mit Joana Sachryn, Cello, gestaltete er ein öffentliches Hauskonzert mit Chopins Sonate für Cello und Klavier, op. 65, g-moll, Krzysztof Meyers Sonate für Cello und Klavier, 1983, und Krzysztof Pendereckis Cello-Solo „per slawa“.
Die beiden Musiker schätzen den direkten Kontakt mit dem Publikum und so wurde Kammermusik zu einer intimen Begegnung mit dem Auditorium im engsten Kreis. Ganz wie in früheren Zeiten.


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