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Von Daniela Fobbe-Klemm
Intercity, die schnelle Verbindung per Zug zwischen zwei Städten,
ist ein Sinnbild für das zusammenwachsen Europas, für Mobilität
und den Wegfall von Grenzen, ideologischer wie staatlicher. AIntercity@
ist auch Titel einer Ausstellung, die bis Mitte Oktober in Krakow
gezeigt wurde. Werke von je sieben polnischen und rheinischen Künstlern
wurden dort im Bunkier Sztuki, der städtischen Kunsthalle, gezeigt.
Hervorgegangen war die Aktion aus Kontakten, die sich im Rahmen von
Forum Ost-West, dem Kulturforum, das die Kulturreferentin des Rheinisch-Bergischen
Kreises Susanne Bonenkamp alle zwei Jahre auf die Beine stellt, angebahnt
hatten.
Ausstellungs-Kuratorin Bozena Burzym-Chawinska und die Rösrather
Künstlerin Ursula Molitor begegneten sich zum ersten Mal 1994
durch das Forum Ost-West. Molitor, Künstlerin aus Rösarth,
deren Lichtinstallationen mit Neonröhren eine eigentümliche
Atmosphäre verbreiten, war 1994 eine der wenigen Künstler
im Kreisgebiet, die bereits Ost-Europakontakte hatte. Sie arbeitet
seitdem mit Vladimir Kuzmin aus Moskau zusammen. Ihre Erfahrung nutzte
Susanne Bonenkamp für das 94er Forum. Bozena Burzym-Chawinska,
die auch malt, lebte fünf Wochen unter dem Dach von Ursula Molitor,
arbeitete mit in ihrem Atelier.
Aus diesen ersten Kontakten deutscher und polnischer Künstler
entwickelte sich ein reger Austausch. Man besuchte gegenseitig Ausstellungen.
Blieb in Kontakt. Das gemeinsame Arbeiten fand in der Aktion von 1996
A Zeitweise Öffentlich A, der Verbindung von Atelierarbeit und
Ausstellung, seine Fortsetzung. A Unser Ziel ist es, den Künstlern
zu ermöglichen, auch den Alltag in Deutschland kennenzulernen,
Kontakte zu Galerien und anderen Kreativen zu knüpfen A, erklärt
Susanne Bonenkamp.
1997 wurde die Idee zu Intercity geboren. Bewusst hielt sich Susanne
Bonenkamp aus der Entstehungsgeschichte von Intercity heraus, überließ
Bozena Burzym-Chawinska die Auswahl der Künstler, des Konzeptes.@
Es war für mich bis zuletzt eine Wundertüte@, gibt die Kreiskultur-referentin
zu. Auch wenn die vierzehn Künstler auf den ersten Blick wenig
gemeinsam haben, sehr unterschiedliche Techniken benutzen, steht hinter
allen Exponaten die Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung. Einem
sehr europäischen Thema, wie Bonenkamp findet. Ob und wann AIntercity@
auch in Deutschland zu sehen sein wird, ist noch offen. @Intecity@war
in jedem Fall ein Vorgeschmack auf das nächste Forum Ost-West,
das am 15. September 2002 beginnt. Der politische Wandel, die gesellschaftlichen
Verwerfungen, die sowohl in Polen als auch in Deutschland im letzten
Jahrzehnt das Leben bestimmten, sollen Themen des nächsten Kulturfo-rums
sein. Das genaue Programm steht noch nicht fest, aber die Richtung:
A Wir wollen nicht nur zeigen, was das Forum in den zehn Jahren bewegt
hat, sondern auch, wie sich der Alltag der Menschen, vor allem in
Polen verändert hat. Wie groß das kreative Potential dort
ist. A Bonen-kamp meint nicht nur das künstlerische Potential,
sondern auch das wirtschaftliche. Und weil nichts so stetig ist wie
der Wandel, wird es in Leichlingen im nächsten Jahr keinen Jazzworkshop,
sondern einen Orchesterworkshop für Kinder geben.
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