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Zehn Jahre Forum Ost & West - Junge Menschen an Klassik heranführen: Chopin Soirée
Von Joachim Rüttgen

Junge Menschen an klassische Musik heranführen - kein leichtes Unterfangen. Das Forum Ost & West des Rheinisch-Bergischen Kreises versucht es trotzdem. Seit Herbst 1992 initiiert es Veranstaltungen, die sich der kulturellen Begegnung mit Polen widmen. Zum zehnjährigen Bestehen gibt es bis 6.Oktober unter dem Motto "10 Jahre Kulturprojekte mit Polen" kreisweit zahlreiche Veranstaltungen; die einzige in Wermelskirchen bietet die Realschule am Mittwoch, 2. Oktober, 19.30 Uhr, in der Aula an. An diesem Abend dreht sich alles um Frédéric Chopin.
Den Grundstein zu diesem Projekt hatte die Schule bereit im Juni gelegt, als sich 60 Schüler der Jahrgangsstufe acht klassenübergreifend mit Leben und Werk des Komponisten beschäftigt hatten - Motto: "Schoppäng". Nun also ein zweites "besonderes Bonbon", wie es die Kreiskulturreferentin Susanne Bonenkamp ankündigt. Die Soirée trägt den Titel "Frédéric Chopin - George Sand, ein literarisch-musikalisches Porträt" und beinhaltet Szenen aus dem Roman "Lucrezia Floriani" von Goerge Sand (langjähriger Lebenspartner Chopins) sowie Lieder und Klavierstücke des Komponisten.
In den Dialog integrieren
Susanne Bonenkamp verspricht ein unterhaltsam-literarisch-musikalisches Porträt. "Wir bemühen uns gerne, junge Menschen in den deutsch-polnischen Dialog zu integrieren", erklärt sie. Präsentiert wird die Soirée vom bundesweit bekannten Pianisten Thomas Palm und der Sopranistin Dorothee Reingardt "Palm ist ein Top-Pianist und ein leidenschaftlicher Kammermusiker", erläutert Susanne Bonenkamp, "es wird ein humorvoll-ironischer Abend mit dem gebotenen Respekt." Das Leben und Wirken Chopins in seiner ganzen Facette soll am 2. Oktober zum Ausdruck kommen - viel Musik, teils noch unbekannte Lieder, viele Hintergrundinfos, kurzum ein Kaleidoskop Chopins. Das Programm fand bereits bei den Musiktagen Schwetzingen und beim Schleswig-Holstein Musikfestival begeisterte Kritiker. "Zu seiner Zeit war Chopin so berühmt wie Michael Jackson heute", betont Susanne Bonenkamp. Dieser Mensch sei zelebriert und inszeniert worden. Ein Grund mehr für die Realschule, sich mit Chopin weiter zu beschäftigen, "denn Komponisten haben im Lehrplan kaum Bedeutung", erläutert die stellvertretende Leiterin Sabine Ernst. "Wenn Klassik, dann ist eine Begegnung vorurteilsfreier, wenn sie direkt und hautnah möglich ist." Schulleiter Bernhard Meier sieht in der Soirée eine Art "Öffnung von Schule". Das seien Projekte, die Unterricht interessant machen. Schule sei nicht nur Wissensvermittlung aus Büchern und Tonträgern.
Das Angebot richte sich aber nicht nur an die Schüler, sondern an alle Interessierten. Der Abend sei ein Stück Kulturförderung, die viel zu selten betrieben werde.
Chopin Soirée, Aula, Realschule, Mittwoch, 2. Oktober, 19.30 Uhr; Karten: 10 Euro (ermäßigt 7,50 Euro). Zu reservieren zwischen 12 und 13 Uhr in der Realschule unter 94 70 30 oder an der Abendkasse.

Bergische Morgenpost, 17.09.2002




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