Max Bruch: Kol Nidrei op. 47
Zbigniew Bujarski: KalSzlez (2010)*
Krzysztof Meyer: “3 x 4” in Würzburg UA (2014)
Andrzej Panufnik: Dreamscape (Bearbeitung Klavier + Sopran) (1976)
Witold Lutosławski: Grave (1982)
Marcel Chyrzyński: Farewell (2013)*
Aleksander Tansman: Partita (1955)
Zbigniew Bujarski wurde 1933 in Muszyn geboren, er ist Komponist, Maler und emeritierter Professor der Musikakademie in Krakau. Er war Schüler von Stanislaw Wiechowicz und ist Preisträger zahlreicher renommierter Auszeichnungen einschließlich des polnischen Komponistenverbandes. Zweimal gewann er ‚The International Rostrum of Composers‘ der UNESCO in Paris („Contraria“ für Sinfonieorchester und „Musica domestica“ für 18 Streichinstrumente). Er ist ein hochgeschätzter Komponist für Kammer- und Orchestermusik von ungewöhnlicher Fantasie, er gilt als ein einzigartiges Talent musikalischer Feinheiten und als hervorragender Pädagoge.
„Ich wurde gefragt ein Stück für Cello und Klavier für Jan Kalinowski und Marek Szlezer zu schreiben. Ich habe ein symphonisches Stück, das ich gerade begonnen hatte, zurückgestellt, um das „KalSzlez“ zu komponieren, speziell für diese beiden hervorragenden jungen Musiker. Ich bin glücklich, sie spielen es wunderschön ...“ Z. Bujarski
Krzysztof Meyer wurde 1943 in Krakau geboren und bekam mit 5 Jahren ersten Klavierunterricht, er studierte an der Musikakademie Krakau bei Stanislaw Wiechowicz und nach dessen Tod bei Krzysztof Penderecki sowie wiederholt bei Nadja Boulanger in Paris.
Sein umfassendes Wissen und seine handwerkliche Sicherheit machen ihn zu einem der gesuchtesten polnischen Kompositionslehrer.
Seit dem ersten FORUM OSTWEST in 1992 begleitet er das musikalische Programm dieser Veranstaltungsreihe. Von 1987 bis 2008 leitete er eine Klasse für Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik Köln und lebte damals in Bergisch Gladbach.
Der Kontakt ist nicht abgerissen. Das Gegenteil ist der Fall, ihm hat FORUM OSTWEST den Kontakt zum Cracow Duo zu verdanken.
Andrzej Panufnik wurde 1914 in Warschau geboren und begann bereits als Kind zu komponieren. Musiktheorie und Komposition studierte er am Warschauer Konservatorium bei Kazimierz Sikorski und Orchesterleitung bei Felix Weingartner in Wien. Während der deutschen Besetzung Polens gab er mit Lutoslawski Untergrundkonzerte; der Warschauer Aufstand 1944 bedeutete die Vernichtung seiner sämtlichen Kompositionen.
Trotz Anerkennung und künstlerischer Erfolge im kommunistischen Nachkriegspolen wie auf internationaler Ebene – 1950 zusammen mit Arthur Honegger Wahl zum Vizepräsidenten des Internationalen Musikrates der UNESCO – emigrierte Panufnik wegen des wachsenden Stalinismus nach England. In Polen wurden daraufhin eine Aufführung seiner Werke wie auch die Erwähnung seines Namens verboten.
Er nahm die britische Staatsbürgerschaft an und arbeitete als freischaffender Komponist, Ehrenmitgliedschaft der Royal Academy of Music 1984, Erhebung in den Adelsstand 1991 durch Queen Elisabeth II.
Anlässlich des „Warschauer Herbstes“ besuchte er Polen 1990 nach 36 Jahren, wo das berühmte Festival 1977 auf Betreiben des polnischen Komponistenverbandes mehrere seiner Werke aufführte. 1991 verstarb er in Twickenham und hinterließ ein großes Oeuvre.
Marcel Chyrzynski wurde 1971 in Tschenstochau geboren, war Schüler u.a. Krzysztof Penderecki, Richard Boulanger, Cindy McTee und R.Oaks. Seit 2014 leitet er das Institut für Komposition, Orchesterleitung und Musiktheorie der Musikakademie Krakau und ist Direktor des Festivals Krakauer Komponisten, seit 2016 ist er Vorsitzender der Krakauer Abteilung des Polnischen Komponistenverbandes. Seine Beteiligung an internationalen Festivals auf allen Kontinenten spiegelt die Wahrnehmung seiner Arbeit, die neben klassischen Besetzungen auch Genres wie Bühnenmusik für das Theater und Elektronische Musik abdeckt.
www.chyrzynski.com
Das bei FORUM OSTWEST aufgeführte Stück „Farewell“ von 2013 ist dem Cracow Duo gewidmet.
Die Inspiration dazu war ein Gedicht des Japaners Nakano Shigeharu (1902-1979):
Farewall
With black-tied hair
you were dressed in a soft Japanese kimono.
You held your head on my knees
and opened your big eyes like flowers
only to close them calmly after a while.
I raised your delicate body
in my hands …
Do you know, how painful is the weightlessness of your body?
In the nerves fo my hands
I feel as though just a drop has fallen of them.
With stretched out hands and squinted eyes
I realized that something deeply pervades me,
something, which pervades like a drop …
translated by Maciej Topolski
Aleksander Tansman wurde 1897 in Lodz, damals russisches Kaiserreich, als Sohn jüdischer Eltern geboren und wuchs dort auf. Klavier begann er mit vier Jahren zu spielen, mit acht zu komponieren. Im „Jungen Polen“ gewann er 1919 auf Anhieb mehrere Kompositionswettbewerbe, doch negative Kritik vertrieb ihn nach Frankreich, wo ihm Maurice Ravel Zutritt zur französischen Musikszene ermöglichte. Dort hatte er mit seinen Sinfonien Erfolg, die von den namhaftesten Dirigenten seiner Zeit wie Mengelberg und Koussevitzky uraufgeführt wurden. Tourneen in die USA, Begegnungen mit Gershwin und Chaplin bedeuteten auch die Entdeckung des Jazz, gleichzeitig widmete er ein Werk dem Cellisten Casals.
Die französische Staatsbürgerschaft bedeutete keinen Schutz in dem von den Nazis besetzten Frankreich; nach der Flucht in den Süden Frankreichs 1940 gelang ihm 1941 die Ausreise über Lissabon in die USA. In Hollywood freundete er sich mit Strawinsky an, seine Filmkompositionen fanden Anerkennung bis hin zur Oskar-Nominierung 1946.
Doch der american way of life hielt ihn nicht; zurück in Paris setzte er sein erfolgreiches Schaffen fort, wo er 1986 starb und ein großes Oeuvre hinterließ.
Ort: Kunstmuseum Villa Zanders, Konrad-Adenauer-Platz, 51465 Bergisch Gladbach
Moderation: Michael Struck-Schloen
Link zum Thema: Max-Bruch-Musikschule